ROM/DEGGENDORF, 23.03.2006. Kleruskongregation in Rom erklärt Beschlüsse der Würzburger Synode als  aufgehoben und weist Beschwerde von Prof. Dr. Grabmeier  gegen die Auflösungsdekrete des Bischofs von Regensburg zurück.

Kleruskongregation in Rom erklärt Beschlüsse der Würzburger Synode als aufgehoben und weist Beschwerde von Prof. Dr. Grabmeier  gegen die Auflösungsdekrete des Bischofs von Regensburg zurück.

Das Dekret im Wortlaut

 Nachdem in über 30 Jahren gemäß den Beschlüssen der Gemeinsamen Synode aller Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland in Würzburg sich in der  Diözese Regensburg die Laiengremien erfolgreich entwickelt hatten, hat der derzeitige Bischof von Regensburg diese Struktur mit seinen Dekreten vom  15.11.2005 zerschlagen. Dagegen hat Prof. Dr. Johannes Grabmeier aus  Deggendorf gemäß Kirchenrecht hierarchischen Rekurs bei der Kongregation  für die Bischöfe in Rom eingelegt.

Nun hat aber die Kleruskongregation dieses Beschwerdeverfahren ohne jegliche Begründung ihrer Zuständigkeit an sich gezogen.  Diese Behörde hatte sich schon im letzten Jahr mit vermutlich bestellten Briefen einseitig in Regensburg eingemischt und dabei den Rechtsgrundsatz,  der auch in der Kirche gilt, auch die andere Seite zu hören, verletzt. "Mit unstrittigen bzw. selbstverständlichen Hinweisen zu Punkten, die gar  nicht in Frage gestellt sind, bzw. nicht zur Diskussion stehen und mit  befremdlichen Argumenten in der Hauptsache will sie offensichtlich vertuschen, dass sie meinen Ausführungen nichts entgegensetzen kann."

"Die Kleruskongregation stützt sich in ihren Argumenten auf eine unzutreffende Bezugnahme auf den Canon 5 CIC. Dieser stellt fest, dass  Gewohnheitsrecht, das durch die Canones des Kirchenrechts von 1983 verworfen wird oder ihnen widerspricht, aufgehoben ist.  Zum einen in  völliger Verwechslung der förmlichen Partikulargesetzgebung durch die Würzburger Synode 1971-1975 mit Gewohnheitsrecht, zum anderen mit dem  Fehlen jeglichen Nachweises, welche der Beschlüsse der Synode nun welchen  Canones widersprechen sollten, geht das Dekret völlig am Thema vorbei und ist  entlarvend für die Gesinnung dieses zentralistischen Apparats. Diese  römische Behörde desavouiert nicht nur damals mitwirkende Kleriker, theologische und kirchenrechtliche Experten und Laienvertreter der  deutschen Diözesen mit ihren Bischöfen, sondern auch all diejenigen, die  beispielsweise seit 1983 in den Pfarrgemeinderäten, Dekanatsräten und  Diözesanräten in ganz Deutschland aktiv waren,  die  deutschen Bischöfen eingeschlossen, die dieses angeblich unrechtmäßige Treiben geduldet haben - sie desavouiert damit das ganze katholische  Deutschland. Damit ist auch die beliebte Verneblungs- und Besänftigungsstrategie, das sei alles nicht so gemeint, endgültig zum Ende  gekommen."

Wenn es nicht schon bislang mehr als deutlich gewesen wäre, dass eine Kurienreform in Angriff genommen werden muss, die dem Geist und den  Intentionen des II. Vatikanischen Konzils folgt und menschenrechtskonformen Verfahren und Vorgehensweisen einführt, dann ist eine solche Forderung an Papst Benedikt nach dieser Entgleisung gegenüber der Kirche eines ganzen  Landes noch notwendiger. Die Zeit dafür ist knapp, denn in so einem Zustand  kann man kaum mit Freude einen Papst empfangen, der womöglich durch  Nicht-Eingreifen dieses Geschehen deckt.

Grabmeier selbst prüft derzeit den nun erforderlichen nächsten Schritt - die Appellation an den römischen Gerichtshof, die "Apostolische Signatur".  Leider ist das mit erheblichen Kosten verbunden, die Grabmeier aus eigener  Tasche begleichen müsste.

J. Grabmeier, Nachfragen: 0171-550-3789, johannes@grabmeier.net