REGENSBURG/FREISING/SCHIERLING, 22.01.2006.

Zum Tod von Valentin Graf Ballestrem - Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Regenburg 1973-1994

Graf  Ballestrem
Mit Bestürzung und Trauer haben Frauen und Männer, die während der letzten 37 Jahre dem Diözesanrat der Katholiken im Bistum Regensburg angehört haben, die Nachricht vom Tod ihres früheren Vorsitzenden Valentin Graf Ballestrem aufgenommen. Graf Ballestrem hat dem Diözesanrat von seiner Gründung im Jahre 1968 bis zum Herbst 2004 angehört. Über zwanzig Jahre - von 1973 bis 1994 - hat er als Diözesanratsvorsitzender an herausragender Stelle Zeugnis gegeben für seinen tiefen Glauben und er hat ein überzeugendes Beispiel gegeben für engagiertes und couragiertes Laienapostolat. Graf Ballestrem  war ein Mann der klaren Worte ebenso wie ein Meister der Diplomatie. Die Erfahrungen seiner Herkunft, seine unternehmerische Tatkraft, seine umfassende Bildung und seine Bereitschaft anderen zuzuhören sowie die Gnade großer Barmherzigkeit waren die Grundlagen dieser mutigen und überzeugenden Führungspersönlichkeit mit beeindruckender Ausstrahlung und Autorität. Er wurde von Priestern und Laien gleichermaßen geachtet und geschätzt. Sein Name ist eingeschrieben in die Geschichte des Bistums Regensburg.  Auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und  im Landeskomitee der Katholiken in Bayern hat sich der ehemalige Diözesanratsvorsitzende als kompetenter und liebenswürdiger Verhandlungs- und Gesprächspartner einen Namen gemacht.

Graf Ballestrem war beseelt vom Geist und von den Ergebnissen des II. Vatikanischen Konzils. Deshalb berief ihn Bischof Dr. Rudolf Graber zu seinem persönlichen Berater bei der Gemeinsamen Synode der Bistümer Deutschlands in Würzburg (1971-1975). Mit Zähigkeit und Akribie verfolgte er das Ziel der Umsetzung der Ergebnisse der Synode. Denn Graf Ballestrem war zutiefst davon überzeugt, dass den Laien in der Kirche heute im Sinne einer "kooperativen Pastoral" mehr Aufgaben und damit auch mehr Verantwortung zukommen. Er hat das Laienapostolat verkörpert einerseits mit seiner Sorge um die Pastoral und andererseits mit seinem unermüdlichen und unverrückbaren Eintreten für die christlichen Werte in Gesellschaft und Politik. Nicht zuletzt deshalb haben ihn die jüngst angeordnete Auflösung des Diözesanrats und der Dekanatsräte sowie die Umwälzung bei den Pfarrgemeinderäten sehr geschmerzt und nicht zuletzt deshalb unterzeichnete er vor wenigen Wochen auch den Aufruf des Aktionsbündnisses Laienapostolat Regensburg.
 
Wir sind dankbar für jedes Engagement, für jeden guten Rat und für jedes gute Wort und wir werden des ehemaligen Diözesanratsvorsitzenden Valentin Graf Ballestrem im Gebet gedenken. Der Herr möge ihm alle Mühen und Sorgen reich vergelten.

22. Januar 2006

Fritz Wallner

(letzter Nachfolger im Amt des Diözesanratsvorsitzenden)