Saarbrücken/München/Deggendorf, 01.06.2006

Das ZdK hatte sich bei seiner Vollversammlung vor dem Katholikentag in Saarbrücken mit der Zerschlagung der bisherigen Laienrätestrukturen in der Diözese Regensburg und mit der Frage, wer nun die Laien aus Regensburg im ZdK vertritt, beschäftigt. In diesem Zusammenhang schrieb M. Drobinski am 26.05.2006 einen Artikel unter dem Titel "Der gebremste Ärger". Wir dokumentieren Auszüge daraus:

".... Der hochgeachtete ehemalige ZdK-Präsident und bayerische Kultusminister Hans Maier sprach vielen Delegierten aus dem Herzen Würde Müllers Vorgehen 'in der Kirche einreißen, wären Treu und Glauben rasch verloren.' Die Bischöfe sollten sich nun 'klar und deutlich äußern', ob sie ge
nauso dächten wir ihr streitbarer Amtsbruder, sagte Maier unter Applaus.

Doch an der ZdK-Spitze nimmt die Sorge zu, dass ein harter Kampf böse enden könnte. Müller hat sich bei seiner 'Reform' der Laienvertretung am Kirchenrecht von 1983 orientiert, das die in Deutschland vorhandenen Mitwirkungsmöglichkeiten nicht kenn. Die finden sich vor allem in den Beschlüssen der Würzburger Synode von 1975; die Bischöfe haben sie in Diözesanrecht umgesetzt. Aber was ist, wenn ein Bischof es nun einfach anders macht? Ließe man es auf den Konflikt ankommen, hätte die Kurie das letzte Wort. Wie das enden kann, hat der Deggendorfer Johannes Grabmeier erfahren, der gegen die Auflösung des Diözesanrats in Rom einen hierarchischen Rekurs einlegt. Kurienkardinal Hoyos, der Chef der Kleruskongregation, lehnte die Beschwerde rundweg ab und erklärte sogar, dass die Beschlüsse der Würzburger Synode instgesamt hinfällig seien. ......"
 
In einem Leserbrief, der am 1.6.2006 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde, nahm Prof. Grabmeier dazu Stellung:


'Die Formulierung "Wie das enden kann" in Matthias Drobinskis Artikel in Bezug auf meinen hierarchischen Rekurs gegen die unrechtmäßige Zerschlagung der Laienräte in der Diözese  Regensburg durch Bischof Müller trifft den aktuellen Verfahrensstand nicht.  Am 1. April habe ich gegen das ablehnende Dekret der meines Erachtens nicht zuständigen  Behörde der Kleruskongregation bei der Apostolischen Signatur, durch eine Appellation Widerspruch eingelegt. Damit  "beginnt" das Verfahren nun erst  richtig vor dem obersten kirchlichen Gerichtshof.

Auch die Passage zuvor bedarf der erläuternden Ergänzung. Es erschließt sich nicht ganz, ob mit der Aussage, Müller hätte sich an das Kirchenrecht  gehalten, eine Meinung aus dem ZdK wiedergegeben werden sollte oder ob dies die Meinung des Autors ist. Der Vorwurf der Unrechtmäßigkeit des Handelns von  Bischof Müller bezieht sich nicht - wie von ihm suggeriert wird - auf das jedem Bischof zustehende universalkirchlich geregelte Recht des Einrichtens eines Diözesanpastoralrats (beratendes Gremium für den Bischof) nach Canon 511 ff., sondern unter anderem auf die unrechtmäßige Auflösung des nach c. 215 (Vereinigungsrecht) gebildeten Diözesanrats (Katholikenrat, eigenständiges Gremium des Laienapostolats), -  also sehr wohl grundsätzlich im Kirchenrecht von 1983 verankert, wenn auch nicht so explizit.'