SCHIERLING, 07.02.2006

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!
 
Es gibt einen sehr bedauerlichen konkreten Anlass, der mich bewogen hat, Ihnen/Euch wieder einmal eine Nachricht zukommen zu lassen.

Als Anlage sende ich den Bericht aus der heutigen Ausgabe von "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung". (Ein ähnlicher Artikel ist im Weidener Neuen Tag erschienen, Link im Internet) Im Rahmen der Bestätigung der Führungskräfte des Diözesankomitees teilt Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller wieder kräftig aus und scheut auch nicht davor zurück, die oft seit Jahrzehnten engagierten Priester, Frauen und Männer in den Dekanaten und Dekanatsräten zu beleidigen. In den Dekanaten habe bisher "jeder vor sich hin gewurschtelt" glaubt der Herr Bischof zu wissen.

Mit Verlaub: Unser Herr Bischof hat sich offensichtlich über die Jahre hinweg nicht dafür interessiert, was sich in den Dekanaten und Dekanatsräten so alles getan hat, und wie viele Frauen und Männer sich mit großem Engagement eingesetzt haben. Nur deshalb kann er zu einem so unsinnigen und beleidigendem Schluss kommen. Zu Ihrer Information. Ich hatte den Bischof über seinen Kaplan Anfang 2004 zu einer Dekanatsratsvollversammlung nach Hagelstadt eingeladen. Er sollte sich vor Ort ein Bild machen von der Arbeitsweise und dem Engagement der Vertreterinnen und Vertreter aus 19 Pfarreien sowie von den im Dekanat vertretenen Verbände. Die fadenscheinige Begründung für die Absage war, dass er dann zu allen Dekanatsräten kommen müsste und das sei wohl nicht möglich. Heute wissen wir, dass er schon damals die Auflösung geplant und deshalb überhaupt kein Interesse an der Arbeit dieser Gremien hatte. Als Anlage sende ich Ihnen die Einladung von damals, damit Sie sich selbst anhand eines Beispiels ein Bild davon machen können, wie unsere "Wurschtelei" ausgesehen hat. (Einladung zu dieser Sitzung als Download im PDF-Format)

Für unseren Bischof ist es offensichtlich nicht genug, dass er das oft über Jahrzehnte Gewachsene zerstört. Er hält es für nötig jetzt auch noch diese Frauen und Männer zu verhöhnen und zu beleidigen. Er tritt nach - im schlechtesten Sinn des Wortes.

Dieses Nachtreten kommt auch durch Gerichtsprozesse zum Ausdruck, die er mir und anderen an den Hals gehängt hat.

Erstaunlich ist auch, dass Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller nicht nur gegen die "Kleinen" tritt, sondern jetzt auch den ehemaligen
ZdK-Präsidenten und ehemaligen bayerischen Kultusminister, Prof. Dr. Hans Maier - einen in der ganzen Republik hoch geachteten und
geschätzten Christenmenschen - ins Visier nimmt und ihm unterstellt, er hätte "Unfug verzapft". Dies bedarf keiner weiteren Kommentierung!
 
Übrigens: Nichts war jetzt zu lesen von den schlechten Wahlergebnissen bei allen Wahldurchgängen im Diözesankomitee. Nichts zu lesen davon, dass Einzelne - jeweils ohne Gegenkandidat - gerade noch die einfache Mehrheit erreichten. So wie damals bei der Wahl des Sekretärs des Priesterrates, als das außergewöhnlich schlechte Ergebnis von Stadtdekan Möstl ebenfalls verschwiegen worden ist. Und man erinnere sich, welches Getöse im November 2003 nach der Vorsitzendenwahl im Diözesanrat angezettelt wurde. Da hatten sich zwei Kandidaten beworben und schließlich hatte der neue Vorsitzende gut 60 Prozent der anwesenden Stimmen errungen. Das sei eine knappe Mehrheit gewesen, wurde damals behauptet. Bitte nehmen Sie diese Information als Hinweis, dass mich das gesamte Geschehen selbstverständlich noch sehr bewegt. Denn nach wie vor kann uns und mir niemand sagen, warum der Diözesanrat aufgelöst werden
musste.

Herzliche Grüße und alles Gute
Ihr/Euer

Fritz Wallner